Dorndorf-Steudnitz

Blickt man von der Terrasse der Dornburger Schlösser in das Tal, sind die Konturen der drei ehemaligen selbständigen Orte Naschhausen, Dorndorf und  Steudnitz  noch gut zu erkennen. Seit dem 12. und 13. Jahrhundert sind die Dörfer existent. Verbunden durch Brücken und ein Neubaugebiet ist im Laufe der Zeit steudnitz_Blick vom Steinbruch auf Steudnitzein großer Ort entstanden, dieser gehört seit 2008 zur Stadt Dornburg-Camburg.

Am Bahnhof im Ortsteil Naschhausen beginnen wir mit unserer Entdeckungstour und begeben uns auf die Suche nach Sehenswürdigkeiten und Spuren der Vergangenheit, welche die Zeit überdauert haben. Der Weg führt vorbei am „Kaiserlichen Postamt“. Gleich hinter dem Brunnen steht seit dem späten Mittelalter auf dem linken Ufer der Saale der Schieferhof. Sein Gegenstück auf der anderen Saaleseite war der leider nicht mehr vorhandene Rautenkranz. Zwischen beiden befindet sich seit dem frühen 13. Jahrhundert an Stelle einer Furt eine Brücke. Beide Höfe waren wichtige Ausspannen und Gasthäuser für Kaufleute, Fuhrleute und Reisende, denn die Brücke von Dorndorf war lange Zeit der einzige Übergang über die Saale zwischen Jena und Camburg. 1890 zerstörte ein Hochwasser die letzte hölzerne überdachte Hausbrücke. Heute steht die 1892 eingeweihte „Carl-Alexander-Brücke“, eine imposante Stahlkonstruktion und eine technische Meisterleistung ihrer Zeit.

Wir überqueren die Brücke und biegen, nach einem Blick nach links, zum ehemaligen Gasthof „Blaues Schild“(u.a. Goethe, H. V. Fallersleben, J.Paul, der Turnvater Jahn waren hier Gäste), rechts ab. Hinter dem Feuerwehrhaus hat man einen Blick auf die „Alte Schule“ von Dorndorf. Sie wird durch das Engagement eines Fördervereines getragen und mit Leben erfüllt, so ist hier eine Bibliothek untergebracht und die Räumlichkeiten werden als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Die Keltergasse erinnert an die lange Tradition des Weinbaues und die Mühlengasse an die schon im 13. Jahrhundert bezeugte Mühle im Dorf. Der alte Markt wird dominiert von der ehemaligen Sparkasse und fast nebenan fällt ein altes Rundbogenportal ins Auge.Das dazugehörige Anwesen war ein Nebenhof des Kloster Pforte. Von der ursprünglichen Bausubstanz ist im Inneren des Anwesens kaum noch etwas erhalten.

Nach wenigen Metern erreicht man die Kirche. Zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Pfarrgarten steht sie im Mittelpunkt des alten Dorfkerns. Die Kirche, in der heutigen Gestalt 1727 fertiggestellt, beeindruckt durch Ihre Innenausstattung im sogenannten Bauernbarock mit einer Gerhardt-Orgel. Das restaurierte Pfarrhaus und sein Pfarrgarten gehört zu den ältesten und schönsten Anwesen des Ortes. Schon J.W Goethe war 1828, als er sich vom Pfarrkandidaten Klopffleisch die Bienenzucht erläutern ließ, von der Anlage und den Blick auf die Dornburger Schlösser begeistert.

Weiter geht es, vorbei am Abzweig zur „Alten Wasserschöppe“, einem Floßanlegeplatz oberhalb des Wehres, wo sich später die Flussbadeanstalt befand. Heute läd dort ein Rastplatz Kanuten zum Verweilen ein. Vorbei am „Neuen Hospital“ gelangen wir an eine Wegspinne an der wir den Abzweig zum Felsenkeller, „Der Hohen Lehde“ zum „Observatorium“ durch den Tautenburger Forst nehmen können, entscheiden uns aber für den „Alten Heerweg“.

Vom Heerweg aus überblickt man den Ort und seine Umgebung. Wir machen am zweiten Abzweig nach links einen Abstecher zur neuen „Kneippanlage“, um dann durch das Neubaugebiet „Unter dem Hospitale“ in Richtung Steudnitz zu gehen.Vor uns immer der Kalksteinbruch an der Riebitz und die dazugehörigen Gebäude. Nach einer kurzen Strecke neben der Bundesstrasse 88 biegen wir in das Stünzertal ein. Hier stehen die Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Villen von Steudnitz. Ihren Besitzern Ollendorf und Levin gehörte das damalige Kalk- und Zementwerk. Sie mussten 1938 ihre Heimat verlassen ihr Besitz wurde „arisiert“. Vom damaligen Parkgelände ist leider nicht viel erhalten. Ein schönes Ausgangstor Richtung Tautenburger Tal, das sogenannte „Judentor“, steudnitz_Judenpforteist nicht mehr zugänglich.Im Park stehen jetzt Wohngebäude. Die Steudnitzer Kirche entstand im 13. Jahrhundert, möglicherweise als Schutz-und Wehrkirche. Sie wurde in den letzten Jahren grundhaft saniert. An die in Steudnitz ehemaligen drei Mühlen erinnernd nur noch ein Gebäude neben der Kirche.

Frau Ursula Schiller

 

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